CHRONIK
Ein kleiner geschichtlicher Rückblick
Die Freiwillige Feuerwehr Jakobsthal war nach Aufzeichnungen aus dem Nachschlagebuch für Bezirksfeuerwehren und Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Unterfranken und Aschaffenburg bis zum Jahre 1889 eine Pflichtfeuerwehr. Dies geht aus einem Schreiben des Bürgermeisters Fleckenstein aus dem Jahre 1887, sowie aus der Grundliste der Feuerwehr hervor.
Zu diesem Zeitpunkt bestand die Wehr aus 4 Zügen
I Steigermannschaft
II Spritzenmannschaft
III Wasserbeschaffungsmannschaft
IV Ordnungsmannschaft
sowie einem Signalist, drei Feuerläufern und einem Zeugwart.
Nach Aufzeichnungen der Grundliste hatte die Feuerwehr im Jahr 1887 – 53 Mitglieder. Kommandant der Wehr war Johann Göbig, sein Stellvertreter Johann Büttner. Gewisse Zwistigkeiten in der Feuerwehr veranlassten im Jahr 1887 Bürgermeister Fleckenstein folgenden Brief an das königliche Bezirksamt in Alzenau zu richten:
Wie aus dem Schreiben vom 15. 7. 1889 hervorgeht, wurde auf Vorschlag des Kreisvertreters Herrn Schultz aus Aschaffenburg, die Freiwillige Feuerwehr Jakobsthal mit 26 Mitgliedern gegründet.
Bis auf dieses Erinnerungsfoto aus dem Jahre 1929 zum 40jährigen Stiftungsfest besitzt die Feuerwehr Jakobsthal keine weiteren Unterlagen bis in die 60er Jahre.
Jedoch geht aus Erzählungen älterer Ortsbewohnerinnen und –bewohner hervor, dass in diesen Jahren die Freiwillige Feuerwehr nicht arbeitslos war. So erinnerte man sich an Wohnhaus-, Scheunen-, Wald- bzw. Flächen- und zahlreiche Kaminbrände. Des weiteren wurde von Einsätzen nach vermissten Personen aus dieser Zeit berichtet.
Das 40jährige Stiftungsfest 1929 wurde auf der Wiese gegenüber der Schule in der Engländerstraße gefeiert.
Des weiteren feierte man im Jahre 1959 das 60jährige Gründungsfest ebenfalls auf der Wiese gegenüber der Schule.
1963
So konnte im Dezember ein Tragkraftspritzenfahrzeug der Marke Ford-Taunus-Transit 1250 bei der Firma Albert Mahr in Würzburg zu einem Preis von 7.924,-- DM in Auftrag gegeben werden. Ebenso wurde im gleichen Jahr eine Bachert-Automatik-Tragkraftspritze TS 8/8 zum Preis von 421,-- DM bestellt. Diese ist bis heute im Einsatz.
1964
Das Tragkraftspritzenfahrzeug sowie die TS 8/8 wurde an die FF Jakobsthal geliefert. In den folgenden Jahren wurde mit besonderem Augenmerk die Ausbildung der Wehrmänner an den neuen Geräten betrieben. So konnten bereits im Jahre 1964 zwei Gruppen das Leistungsabzeichen in Bronze ablegen.
1965
Etwa zur gleichen Zeit begann man mit dem Bau des Feuerwehrgerätehauses. Der Kostenaufwand belief sich auf 25.000,-- DM. Im gleichen Jahr konnte nicht nur das Gerätehaus sondern auch das Tragkraftspritzenfahrzeug offiziell der FF Jakobsthal übergeben werden. In Verbindung mit dem 75jährigen Gründungsfest wurde die Übergabe mit einem Fest gebührend gefeiert. Nach Abschluss der Festtage konnte der Gemeinde Jakobsthal der stolze Betrag von ca. 4500,-- DM zur Unterstützung übergeben werden.
1967
Brand der US – Armee Funkstation in der Waldabteilung Bruchhöhe zwischen Heinrichsthal und Jakobsthal im Juli. Ein Großeinsatz musste am 2. August beim Brand des Sägewerkes in Heigenbrücken geleistet werden.
1974
Am 25. Januar tritt Oswald Geis nach 21 Jahren als Kommandant aus beruflichen und familiären Gründen zurück. Während seiner Amtszeit wurde 1964 das TSF mit der TS 8/8 beschafft, sowie 1965 das Feuerwehrgerätehaus gebaut. Diese Anschaffungen waren zur damaligen Zeit, aufgrund der Ortsgröße von 300 Einwohnern, sicherlich einmalig im Kreis Alzenau, weshalb die Jakobsthaler Wehr auch von den umliegenden Nachbarwehren beneidet wurde.
1976
Am 16. Mai begehen die Wehren von Heigenbrücken, Wiesen, Heinrichsthal und Jakobsthal erstmalig gemeinsam den Florianstag in Jakobsthal. Im Sommer musste die Wehr über mehrere Wochen wegen akutem Wassermangel die Trinkwasserversorgung für den ganzen Ort sicherstellen.
1977
Im April wird das Dach des Feuerwehrgerätehauses in Eigenleistung neu eingedeckt. Die Leistungsabzeichen in verschiedenen Stufen konnte eine Gruppe durch gezielte Schulung und Übung in Empfang nehmen.
1979
- In ihrer ersten Sitzung am 23. Januar lehnt die
Vorstandschaft den Vorschlag der Gemeinde Heigenbrücken ab, das alte
Löschgruppenfahrzeug LF 8 von Heigenbrücken zu übernehmen. Ein Antrag auf die
Beschaffung eines neuen LF 8 wurde gestellt.
- In der Vorstandsitzung am 5. Juli fällt die Entscheidung, mit 6 zu 3 Stimmen bei 1 Enthaltung, für das Löschgruppenfahrzeug LF 8, Marke Magirus-Deutz, ausgestattet mit Funk und Atemschutz. Kurze Zeit später gibt die Gemeinde Heigenbrücken das LF 8 für den Preis von 93.000,-- DM in Auftrag. Die Arbeiten für den Bau eines unterirdischen Löschwasserbehälters am Feuerwehrgerätehaus wurden im Dezember durch die Gemeinde vergeben.
1980
- Im Frühjahr beginnen umfangreiche Renovierungsarbeiten am
Feuerwehrgerätehaus.
- Am 8. Juni feierten wir den Florianstag mit unseren Nachbarwehren. Dabei konnten wir erstmals verdiente Feuerwehrkameraden für 25 und mehr aktive Dienstjahre ehren.
- In der Zeit vom 5. – 7. Juli feierte unsere Wehr das 90jährige Gründungsfest mit der Fahrzeugweihe des neuen LF 8.
- Nach Abschluss des Festes wurde der Betrag von 10.000,-- DM als Zuschuss zur Anschaffung des Fahrzeuges der Gemeinde Heigenbrücken übergeben.
- Ein weiterer Höhepunkt im Jahr 1980 war die Fertigstellung des unterirdischen Löschwasserbehälters am Feuerwehrgerätehaus. Sein Fassungsvermögen beträgt 154 cbm.
1984
- Am 6. Mai feiern wir fast schon nach alter Tradition den Florianstag mit unseren Nachbarwehren in Jakobsthal.
- Uns allen unvergessen bleibt sicher der Vereinsausflug am 6. bis 7. Oktober zu unserer Freundschaftswehr nach Schupf.
1985
- Während des Jahres konnte unsere Ausrüstung durch die Beschaffung von 3 Handsprechfunkgeräten erweitert werden. Beendet wurden die umfangreichen Renovierungsarbeiten im Feuerwehrhaus – ein Metalltor eingebaut, die dringend benötigte Heizung installiert und der Fußboden erneuert.
- Mit der Wehr aus Schupf, die uns am 21. und 22. September besuchte, feierten wir einen Kameradschaftsabend.
1986
- Mit Erfolg legte am 26. April eine Gruppe die Leistungsprüfung ab. Am 24. – 25. Mai besuchten wir in Verbindung mit unserem Vereinsausflug das 100jährige Feuerwehrfest unserer Kameraden in Schupf.
- Als Einsatz wurde am 18. September die Hilfeleistung in der Engländerstraße 13 registriert (Wasserrohrbruch im Anwesen Trumpfheller) .
- In einer durch Bürgermeister Wüst einberufenen Dienstversammlung am 12. Dezember erklärte Franz Wüst, daß er aus beruflichen Gründen das Amt des Kommandanten nicht mehr ausüben kann.
1987
- In der Jahreshauptversammlung bedankte sich der scheidende Kommandant für die gute Unterstützung während seiner Amtszeit bei allen Mitgliedern der Vorstandschaft. Sein besonderer Dank gilt dem Vorstand Robert Eich sowie seinem Stellvertreter Horst Hölperl, der ihn in den letzten Jahren mehr als üblich vertreten und entlastet hatte. Die Neuwahlen am 11. April bringen folgendes Ergebnis:
2. Kommandant Fridolin Kerber
1. Vorstand Wolfgang Krumbholz
2. Vorstand Horst Bachmann
Schriftführer Thomas Eich (wiedergewählt)
Kassier Siegfried Kramkowski
- Der neue Kommandant Klaus Geis dankte Franz Wüst sowie dessen Stellvertreter Horst Hölperl für die geleistete Arbeit.
- Als seine wichtigste Aufgabe sieht er an, alte und junge Feuerwehrkameraden durch Auflösen der bestehenden Gruppen wieder zu einer einsatzfähigen Mannschaft zusammenzuführen.
- Am 12. September wird das Bild des Hl. Florian durch Herrn Teige auf die Frontseite des Gerätehauses gemalt und somit auch die Außenrenovierung abgeschlossen. Das Feuerwehrgerätehaus trägt jetzt sicher zur Verschönerung unseres Ortes bei.
- Im Sommer legt die Gemeinde die Planungsunterlagen für die Umgestaltung der alten Schule zum Dorfgemeinschaftshaus vor. Nach Einsicht der Unterlagen wird seitens der Feuerwehr angeregt, einen Schulungsraum vorzusehen.
- Eine neue Garderobe für die Schutzkleidung wird in Eigenarbeit angefertigt und im Gerätehaus eingebaut. Die vorhandenen Schutzanzüge renoviert und der fehlende Bestand durch die Gemeinde beschafft. Somit erhielt zum Jahresende jeder aktive Feuerwehrmann seine persönliche Schutzausrüstung.
1988
- Vorstand Wolfgang Krumbholz erläutert in der Generalversammlung am 22. Januar die neue Feuerwehrsatzung, die nach längerer Diskussion mit großer Mehrheit beschlossen wurde. Ferner wird einstimmig der Eintragung ins Vereinsregister zugestimmt.
- Mit Wirkung vom 25. Mai ist die Freiwillige Feuerwehr Jakobsthal rechtskräftig ins Vereinsregister eingetragen und trägt somit den Namenszug Freiwillige Feuerwehr Jakobsthal e.V.
- Im Laufe des Jahres wird von den Vereinen aus Jakobsthal eine Grillhütte am Sportplatz in Eigenleistung errichtet. Von der Gemeinde Heigenbrücken wird hierfür das benötigte Material zur Verfügung gestellt. Selbstverständlich tragen die Mitglieder der Feuerwehr einen maßgeblichen Anteil zum Gelingen bei.
- Im Herbst erläutert Bürgermeister Hans Wüst den geänderten Plan des Dorfgemeinschafts-hauses. Für die Feuerwehr ist nun der dringend benötigte Schulungsraum in entsprechender Größe vorgesehen.
1989
- Im Mai wird die 1988 erbaute Grillhütte durch Pfarrer Winfried Seifert eingeweiht und durch Bürgermeister Hans Wüst den Vereinen übergeben. Dieser Anlass wurde mit einem kleinen Fest gefeiert.
- Im Laufe des Jahres werden die Umbau- und Renovierungsarbeiten am Dorfgemeinschafts-haus begonnen.
UNSERE JUGENDFEUERWEHR
Die Notwendigkeit von Jugendfeuerwehrgruppen in unserer Gesellschaft
Die Feuerwehr Jakobsthal widmet sich auch mit Freude der Jugendfeuerwehrarbeit. Sie dient vorrangig der Förderung und Ausbildung des Feuerwehrnachwuchses.
Wir sind der Auffassung, dass die Jugendarbeit neben der Familie, der Schule und dem Beruf ein gleichberechtigtes Erziehungsfeld ist. In weitgehender Selbstbestimmung haben hier die Jugendlichen die Möglichkeit, ihren Entwicklungsweg kritisch zu beurteilen und sich mit den Normen und Strukturen der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Kann hier nicht die in unserer Gesellschaft in Vergessenheit geratene Norm der Hilfsbereitschaft auf ihre Wichtigkeit hin überprüft werden?
In Hinblick auf Berufswahl, Berufsausbildung und Beruf hat Jugendarbeit die Möglichkeit und Aufgabe vorbereitend und begleitend zu wirken, indem sie diesbezügliche Probleme und Schwierigkeiten der Jugendlichen gemeinsam zu lösen versucht. Ist nicht gerade in der Jugendfeuerwehr als auch im Beruf ein großes Maß an Kooperation gefordert?
Eine Jugendfeuerwehrarbeit, die nach diesen Zielen handelt, verschafft ihren Mitgliedern Hilfe zur Bewältigung ihres konkreten Lebens sowohl im Hinblick auf die Gesellschaft als auch der Feuerwehr. Wenn die Jugendarbeit in der Feuerwehr so angelegt ist, werden ihre erzieherischen Anteile für die Jugendlichen auch dann wirksam, wenn sie, aus welchen Gründen auch immer, die Feuerwehr verlassen sollten.
Die Jugendfeuerwehr soll auf die gesellschaftlichen Anforderungen vorbereiten und den Jugendlichen zu einem sozialen Wesen erziehen, aber auch seine Individualitäten respektieren und fördern.